Interview mit der Heckscher-Klinik von Hans-Joachim Röthlein zu Multiprofessionellen Teams

In einem Interview für den Kindergesundheitsbericht (noch nicht erschienen; genaue Info zum Erscheinungsdatum folgt) mit dem Titel “Schulpsychologie ist mehr als Krisenintervention – es geht um Prävention und die Stärkung des schulischen Umfelds.” äußerte sich unser 1. Vorsitzender u.a. auch zur multiprofessionellen Zusammenarbeit. Hier schon mal ein paar Auszüge aus diesem Interview: 

Welche Aufgaben umfasst die Arbeit Ihrer Kolleginnen und Kollegen im Schulalltag? 

(…)Eine zunehmende Bedeutung kommt der Rolle der Schulpsychologie in den multiprofessionellen Teams an den Schulen und der Teilnahme an Struktur-Koordinationsgesprächen mit externen schulischen Partnern wie der Jugendhilfe oder Vertretern der Kinder- und Jugendpsychiatrie zu. In diesem häufig vom Gedanken der Inklusion geprägten Rahmen haben schulpsychologische Einschätzungen und Stellungnahmen eine besondere Bedeutung erlangt. 

Wie wichtig ist die Kooperation und Koordination zwischen den verschiedenen Akteuren in der Schule für das Wohlbefinden der Kinder? 

Herr Röthlein: Kooperation und Koordination sind entscheidend. Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen, heißt es in einem afrikanischen Stichwort. (…) Da die Unterstützungsangebote in der Schule aus unterschiedlichen Organisationen und Einrichtungen kommen, müssen die jeweiligen Akteure in einen gemeinsamen Handlungsrahmen eingebettet werden und ein gemeinsames Ziel verfolgen. 

Hierfür muss sowohl die Bereitschaft vorhanden als auch die schulrechtlichen und arbeitsrechtlichen Möglichkeiten zur Kooperation bei allen Akteuren geschaffen sein. Zudem bedarf diese Zusammenarbeit einer koordinierenden Stelle. Bei dieser Koordination kommt der Schulpsychologie eine zentrale und teils federführende Rolle zu. 

 

Wie kann man sich das konkret vorstellen und welche Bedingungen braucht es dafür? 

 

Herr Röthlein: Zusammenarbeit ist hier das Stichwort. Die Unterstützung sollte in multiprofessionellen Teams erfolgen, im internen Kern bestehend aus Schulpsychologinnen, Vertretern der Lehrerschaft und pädagogischen Fachkräften wie Sozialpädagoginnen, Sonderpädagogen und Beratungslehrkräften vor Ort und deren außerschulische Netzwerkkontakte wie Vertreter der Jugendhilfe oder der Kinder- und Jugendpsychiatrie. 

Damit diese Netzwerkzusammenarbeit gut gelingen kann, ist es wichtig, dass sich die unterschiedlichen Organisationskulturen in ihrem Verständnis annähern und das Gelingen der multiprofessionellen Teams als oberste Priorität unterstützen. Es müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die ausreichend Zeitfenster für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Berufsgruppen ermöglichen. Alle Beteiligten müssen bereit sein, notwendige Informationen kontinuierlich auszutauschen, um das Wohl der Kinder sicherzustellen. Es ist entscheidend, dass die Aufgaben und Einflussmöglichkeiten der verschiedenen Akteure transparent abgewogen werden, um gegenseitige Schuldzuweisungen und Blockaden zu vermeiden. 

Die Zusammenarbeit sollte durch klare Richtlinien und gegebenenfalls durch schulrechtliche Vorgaben fest verankert werden. Zudem sind Maßnahmen zur Entbürokratisierung in Schulen von großer Bedeutung, um Lehrkräfte und Schulleitungen zu entlasten und den Weg für die effektive Arbeit der multiprofessionellen Teams zu schaffen. 

Information: Hans-Joachim Röthlein 

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